This is America - People and Places
Mittwoch, 13. November 2019
The Beach Girls
Dienstag, 12.11.
Am Morgen war dichter Nebel, aber man sah, dass die Sonne sich hindurchkämpfen würde. Unser Frühstück mussten wir heute gegen kecke Eichhörnchen verteidigen. Das Zelt packten wir nebelnass ein. Als wir halb/dreiviertel neun etwa losfuhren, hatten die im morgendlichen Sonnenlicht durch die Luft schwirrenden feinen Tröpfchen sich aber tatsächlich verzogen. Wir fuhren heute fast nur Highways, weil rund um Orlando die Interstates Mautstrecken sind. Außerdem macht das mehr Spaß, wenn man die Zeit hat. Und es reichte uns, halb eins am Strand anzukommen. Unterwegs nahm dann auch die Palmendichte deutlich zu, wir sahen einmal sogar Kühe unter Palmen weiden, das war ein merkwürdiges Bild. Zitronenplantagen zogen auch an uns vorbei. Über die Route 60 und die „Yeehaw Junction“ gelangten wir nach Fort Pierce. Wir waren nun an der Ostküste und damit am Atlantik angekommen. Dort ist eine langgestreckte Insel vorgelagert, die über Brücken mit dem Festland verbunden ist. Wir fuhren über den Seaway Drive hinauf auf Hutchinson Island, dann ging es über die A1A in gemächlichem Tempo die Insel entlang südwärts. An der meerabgewandten Seite sahen wir einzelne Pelikane. Auf der Meerseite reihte sich ein Strand an den nächsten, wir waren etwas unentschlossen, welchen wir wählen sollten. Letztlich parkten wir im Jenson Beach Park, wo wir sogar ein schattiges Plätzchen fürs Auto fanden. Wir schnappten uns unsere Badesachen, etwas Verpflegung und meine Isomatte, und dann schritten wir in freudiger Erwartung zum Strand, der keine hundert Meter entfernt war. Ich war erstaunt, dass sowohl Parkplatz als auch Strandzugang kostenlos waren, ist hier eine echte Rarität, dass man mal nichts bezahlen muss. Es war an der Stelle relativ viel Platz. Links und rechts von uns gab es je einen besetzten Rettungschwimmerausguck, dort wehte eine rote Fahne, die vor gefährlichen „Rippenströmen“ (Brandungsrückströmen) warnte, aber Baden war erlaubt. Die Wellen sahen auch beeindruckend aus und zogen etliche Surfer an. Helene wollte nur mal kurz mit den Füßen die Wassertemperatur testen, da bekam sie schon nasse Hosenbeine (Bermudalänge). Wir schlüpften dann im Schutze unserer Handtücher in unsere Badekleidung (die bei Helene aus Shorts und T-Shirt besteht, weil sie keine mitgenommen hatte und keine neue kaufen wollte). Das Wasser war ziemlich warm, kombiniert mit den mächtigen Wellen ist man da schneller nass als man bis zehn zählen kann! Anfangs hatten wir unseren Spaß damit, im Anspülbereich der Wellen nach Muscheln zu fischen, dann bevorzugten wir das etwas tiefere Wellenbad, weil der Sog so stark war, dass es einem die Muscheln nur so gegen die Beine haute und einem der Sand unter den Füßen weggezogen wurde. Außerdem lief und stand es sich auf den harten Schalen nicht gut. Wir hielten es ziemlich lange im Wasser aus, weil es nicht kalt war, das war sehr angenehm. Dann setzten wir uns an den Strand und beobachteten Vögel (Möwen, lustige kleine ‚Strandläufer’, die mit kurzen Tippelschritten herumrasten, rotschnabeliges Federvieh, auch Pelikane kamen vorbeigeflogen) sowie Surfer, insbesondere Letzteres war ein ganz netter Spaß. Bei unserem zweiten Bade zog sich Helene unter dem großen Zeh eine Schnittwunde zu, wie gesagt, alles voller Muscheln da, und Wellen, die mit einem machen, was sie wollen. Aber nachdem ich sie verarztet hatte, tat es nicht mal mehr weh. Sie nahm es ohnehin hin, als könne sie das von nichts abhalten. Nach gut drei Stunden am Strand hörten wir Unmengen Sirenen, dann landete sogar ein Hubschrauber auf dem Parkplatz, wie uns schien. Da wir ohnehin langsam los wollten, nahmen wir das zum Anlass, um unsere Neugier zu befriedigen. Man fragt sich dann auch: Steht unser Auto noch da? Stand es. Direkt neben dem gesperrten Straßenabschnitt mit Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr, Rettungshubschrauber. Ein Feuerwehrmann hielt einen Motorradhelm in der Hand. Mehr sahen wir nicht und wollten wir auch nicht sehen. Wir reihten uns in die über den Parkplatz umgeleiteten Autos ein und verließen die Insel Richtung Jenson Beach / Ocean Breeze. Es ging noch einige Meilen südwärts auf der Route 1, dann hatten wir den Jonathan Dickinson State Park erreicht, wo wir heute Nacht campen. Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, konnten wir auch schon den sehr farbkräftigen Sonnenuntergang bewundern, während wir Abendbrot aßen. Um sechs war es dunkel. Die Tage sind eben auch hier kürzer jetzt, trotz 28 Grad am Tag und 21 in der Nacht ... Morgen werden wir vor dem vorhergesagten Regen Richtung Süden fliehen, mal sehen, wer schneller ist.

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Letzte Aktualisierung: 2019.12.01, 09:14
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