This is America - People and Places
Sonntag, 17. November 2019
Alligator-Safari mit Airboat und Fahrrad
Sonnabend, 16.11.
Nach unserer gemütlichen Nacht im Hotel und unserem umfänglichen Frühstück starteten wir viertel neun ab Homestead. Fünf vor neun – kurz vor der Öffnung – standen wir bei Coppertown The Original Airboat Tour auf der Matte, um Tickets für eine Fahrt mit einem propellergetriebenen Sumpfboot durch den Everglades-Nationalpark zu erwerben. Sie kosten 25 Dollar pro Person. Es ging aber nicht gleich los, wir waren vorerst die einzigen Kunden und mussten warten, dazu schickte man uns zu den Gehegen mit Alligatoren und Schlangen. Die Wartezeit wurde uns dann mit einer kleinen „Show“ versüßt, bei der uns einer der Angestellten etwas über die gefangenen Tiere und Alligatoren im Allgemeinen erzählte. Die meisten sind in Gefangenschaft geboren, einer war ein Problem-Alligator, der in Siedlungen umherzog, einer hat mal – darauf war man stolz – bei CSI Miami „mitgespielt“. Gleich neben den Gehegen lag ein Alligator in der Sonne, der nicht eingesperrt war, da war Obacht geboten! Zum Schluss bekamen wir einen zwei Jahre alten, aber noch ziemlich kleinen Alligator präsentiert, den wir streicheln durften, sofern man das „streicheln“ nennen kann. Gegen halb zehn ging es los, im Boot saßen dann ca. zehn Leute insgesamt, es hätten mehr reingepasst. Wattepfropfen wurden als Gehörschutz verteilt, denn so ein Propellerboot macht ganz schön Lärm. Über einen Kanal ging es ins offene Feuchtland, in einem Affenzahn – das war ein Riesenspaß! Wir bekamen, immer wenn das Boot stoppte, verschiedene Dinge erklärt – zu den Gräsern, die dort wachsen, zu den „Hammocks“ (‚Hängematten’ eigentlich), so heißen hier die Baumgruppen auf flachen Inseln im Feuchtland, zu den Bromelien, zu einem Baum mit apfelförmiger Frucht, die grün ähnlich wie Mango schmeckt und Durchfall verursacht, während sie in reifem gelben Zustand sauer und gar nicht lecker sein soll. Wir sahen auch vier Alligatoren, die alle mehr als ihre Augen aus dem Wasser streckten, weil sie sich von der Sonne wieder aufwärmen lassen wollten angesichts der Kühle nach dem gestrigen Regen. Heute wurden es hier nur 22 Grad. Eine halbe Stunde dauerte unsere Airboat-Fahrt, dann stiegen wir wieder an Land. Zum Abschluss bekam jeder noch einen jungen Alligator in die Hand gedrückt, man sollte sich aber hüten, die Tiere niedlich zu finden ... Nach diesem tollen Tagesstart fuhren wir nur ein paar Meilen weiter zum Shark Valley Visitor Center am Nordrand des Nationalparks. Dort gibt es einen asphaltierten Weg durch den Sumpf, der zu einem Aussichtspunkt führt und zurück zum Visitor Center. Die Runde ist 15 Meilen lang, das sind 24 Kilometer. Laufen ist da eher unangebracht. Deswegen gibt es dort zum einen eine ‚Tram’ – einen Bus mit Guide, der lahme Touris da herumkutschiert – und zum anderen die Möglichkeit, für 9 $ die Stunde Fahrräder zu mieten. Das hatten wir vor, halb zwölf waren wir vor Ort. Los ging es! Wir waren kaum hundert Meter geradelt, da lag schon das erste Tier am Straßenrand – ein großer Alligator, der sich sonnte. Und so ging es weiter, immer wieder hielten wir an, weil es was zu gucken gab – Vögel oder Alligatoren. Alle ziemlich nah! An einer Stelle – das war der absolute Höhepunkt – sahen wir sogar einige Baby-Alligatoren, einer lag auf dem Rücken der Mutter! Vielleicht hatten wir auch etwas Glück, weil es sich gestern so abgekühlt hatte mit dem Regen, was die Tiere nun in die Sonne trieb. Aber schön war’s! Man muss natürlich auch ein Auge für die Dinge am Wegesrand haben, die Tiere sind halt nicht ausgeschildert ... Am Aussichtspunkt musste man das letzte Stück zu Fuß gehen. Die Aussicht war auch schön, aber das Beste waren doch die Tiere am Wegesrand. Auf dem Rückweg sahen wir nicht ganz so viele. Wir hatten dann auch Gegenwind, weshalb wir ganz schön strampeln mussten mit den (zu) kleinen, robusten Fahrrädern mit breiten Reifen und ohne Gangschaltung. Nach 2:20 h waren wir zurück, man hat die Zeitnahme aber dort so großzügig gehandhabt, dass wir nur für zwei Stunden bezahlen mussten, sehr fair. Kurz nach zwei verließen wir dann den Everglades-Nationalpark und fuhren Richtung Turtle Beach Campground, der war drei Stunden entfernt. Zunächst führte die Route 41 West und auch die Route 29 North durch viel weiteres Feuchtland, durch Pantherhabitat, enlang an der Big Cypress National Preserve – man kann dort sicher noch viel mehr erkunden. Die Interstates 75 West und North führten uns dann über Fort Myers in den Bezirk Sarasota, und über eine Zugbrücke gelangten wir auf die der Küste vorgelagerte Insel. Die Wohnhäuser in der Gegend sehen alle ziemlich teuer aus, dazwischen Hotels und der ziemlich kleine, enge und fast immer volle (und auch teure) Campingplatz mit Strandzugang. Wir wurden vom Gastgeber persönlich begrüßt. Hatten an der Schranke die Eingabetastatur für den Code nicht gefunden, weil die zehn Meter davor angebracht war. Leider war kein Strandwetter. Jedenfalls kein Badewetter. 17/18 Grad. Viertel fünf waren wir hier, wenn besseres Wetter gewesen wäre, hätten wir eine frühere Anreise geplant. So blieb nach dem Zeltaufbau (das roch muffig nach dem nassen Wegpacken zuletzt) noch Zeit, um einen Spaziergang am Strand zu machen, bei dem wir nicht nur etliche schöne Muscheln aufsammelten – dafür war das Wetter ideal, sondern auch noch sehr schöne Exemplare von einer einheimischen Sammlerin geschenkt bekamen. Nach dem Abendessen in der Dämmerung – um sechs war es dann schon ziemlich dunkel – zuckelten wir noch mal mit dem Auto los zum nächsten Laden, weil wir keine Milch mehr hatten. Zum Florida-Abschiedsabend gönnte ich mir auch ein Bier.

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