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Freitag, 6. September 2019
Planlos durch den Glacier Nationalpark
Donnerstag, 5.9.
Als ich morgens aufwachte, waren es nur noch 8 Grad, kaum zu glauben nach der Hitze des Tages zuvor. Ich mochte gar nicht aus meinem Schlafsack krauchen, und erst recht nicht in der Kälte draußen frühstücken. Deshalb machte ich mich auf den Weg zum East Glacier Village. Ich tankte kurz vor dem Nationalpark nochmal (weise Entscheidung, deutlich teurer drinnen) und kaufte noch Toast, eine Tüte Äpfel und Margarine (14 Dollar!), dann ging wa die Route 2 westwärts Richtung West Glacier, dabei kommt man erst einmal nur kurz am Rand durch den Nationalpark, aber ansonsten ist dort National Forest, also auch Staatseigentum. Ich hielt an einer Stelle mit Blick auf einen Fluss, um dort zu frühstücken. Mittlerweile war es auch schon um zehn. Von West Glacier aus ging es dann in den Nationalpark hinein – mit anstehen. Ich hätte nicht gedacht, dass hier im September noch so viel los ist. Möchte nicht wissen, wie das hier im Sommer ist. Ich steuerte zunächst den Parkplatz des Visitor Centers an, um Orientierung zu bekommen. Aber das war so proppenvoll, dass ich wieder kehrt machte und mir per Google ein Ziel suchte. Es gibt im Grunde genommen nur zwei Straßen im Nationalpark, eine geht nach Nordwesten hoch, die andere quer durch zum Osteingang in St. Mary, wo ich meinen Campingplatz gebucht hatte. Die wollte ich ohnehin nehmen heute. Sie führte zunächst vorbei am Mc Donald Lake, sehr malerisch, und gar nicht so überlaufen dort. Dann fuhr ich weiter die Going To the Sun Road - ja, so heißt sie! – entlang, hielt an so manchem Halte- und Aussichtspunkt. Als Ziel hatte ich mir den Avalanche Trail ausgesucht, dummerweise war der Avalanche Parkplatz rappelvoll, und die nächstgelegene Haltebucht auch, so dass ich erst knapp 2 km danach einen Parkplatz fand. Ich lief an der Straße entlang zurück, es war jetzt schon wieder ordentlich warm , aber nicht so heiß wie gestern, dann startete ich zunächst auf dem Cedar Trail, mich links haltend, einen Bach mit Wasserfall querend, dann ging links der Weg ab hoch zum Avalanche Lake. Er führte durch Wald (Schatten!), zum Teil an dem sprudelnden und sich stürzenden Bach entlang, zum Teil durch tiefe Ruhe ausstrahlenden Wald. Der Blick auf den See ist grandios, denn er wird am Ende des Tals gesäumt von rieseigen Felswänden, von denen sich schmale, lange Wasserfälle herabstürzen. Traumhaft schön. Die meisten Wanderer ließen sich dann dort irgendwo am Ufer nieder, Platz war genug. Der Pfad ging aber noch bis zum Ende des Sees, und natürlich musste ich da auch noch hin, dort waren auch einige Leute, aber ich fand ein schönes Plätzchen auf einem Ast, um zu rasten und die Natur zu genießen. Zurück ging es leider mal wieder den gleichen Weg. Kurzer Stopp an den Restrooms des dortigen (vollen) Campingplatzes, dann lief ich zurück zur Straße und zum Auto. Es war nun schon um vier, und da ich morgen eine größere Wanderung machen wollte, reichte mir das eigentlich, aber natürlich musste ich noch bei dem einen oder anderen Ausblick kurz halten, zum Beispiel beim Blick auf den Jackson Glacier. Am Logan Pass zeigte sich eine Bergziege. Am nahegelegenen Visitor Center sollte der Parkplatz auch voll sein, aber mittlerweile war es so spät, dass ich einen Platz fand. Es war allerdings auch schon so spät (gerade nach 18 Uhr), dass es schon geschlossen hatte. Wieder nichts mit Infos! Ich hatte am Loop der Straße zwei erschöpfte Wanderinnen zu ihrem Trail befragt, der war aber 14 Meilen lang ... Das kam nur bei gutem Wetter in Frage, Morgen sollte es aber ab Mittag regnen. Stattdessen fand sich dort aber noch ein kurzer Pfad zum Ausblick auf den „Hidden Lake“. Ich war mir sicher, dass dieser verborgene See nicht so verborgen sein würde wie der in Nordminnesota, und es sollte nicht weit sein, Kurzentschlossen, ohne Gepäck, lief ich da hoch. Herrlich Ausblicke in die Täter ergaben sich, oben dann der versprochene See. Aber kein Vergleich mit dem Avalanche Lake ... Auf dem Weg hoch war ich mit einer Frau aus Lettland ins Gespräch gekommen und oben dann mit Dave und Eric, die mich mit Hinweisen und Empfehlungen nur so überschütteten. Wir unterhielten uns eine ganze Weile da oben. Als ich wieder runter lief, war es schon wieder frisch geworden. Nun war es auch höchste Zeit, sich aufzumachen zum Campingplatz. Dummerweise navigierte mich das Auto (das die Adresse dieses Mal kannte) zu einem Ranger-Wohnkomplex. Das war nichts. Google wollte mich trotz Offlinekarte nicht routen, merkwürdig. Also fuhr ich in den Ort, wo ein Laden und eine Tankstelle waren und fragte nach. Nach der Beschreibung fand ich es dann. Aber das Office, es war kurz nach acht, war schon zu. Ich stellte mich also einfach auf einen von vielen freien Plätzen und registrierte mich durch Karte ausfüllen und einwerfen. Dummerweise hatte das WIFi ein Passwort, aber Rumfragen half da auch weiter. Es reichte aber nicht bis zu den Zeltstandplätzen. Ich aß also erst einmal Abendbrot, dann sockte ich vor zum Office und setzte mich dort mit meinem Handy hin, um ein paar Bilder zu verschicken. Ich traf dort auf Monica/Nicky, die jenseits der 60 und Mitglied eines Hiking Clubs ist, der dort auch sein Lager aufgeschlagen hatte. Von ihr erfuhr ich, dass man für die Duschen Tokens braucht, und da kam ich ja nicht mehr ran. Sie hatte aber einen für mich übrig. Außerdem empfahl sie mir zwei Trails, wahlweise zum Gletscher hoch oder eine entspanntere Runde mit Blick darauf. Sie gab mir auch noch ein Heftchen mit Wegbeschreibungen von ihrem Club und lud mich ein, morgen nach meiner Tour bei der Gruppe vorbeizuschauen. Ich stapfte dann im Dunkeln zurück zu meinem Stellplatz, schnappte mir mein Waschzeug und genoss die Dusche. Die Haare „fönte“ ich mir unter dem Handtrockner ... Nun ist es schon wieder sehr spät, und ich sollte morgen früh aufstehen, um möglichst vor dem Regen den Großteil meines Trails geschafft zu haben ...

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Letzte Aktualisierung: 2019.09.18, 06:38
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