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Sonntag, 8. September 2019
Aufregung nach einer sehr erschöpfenden Wanderung
Sonnabend, 7.9.
Ich wachte nicht allzu zeitig auf, fuhr dann gleich los Richtung Logan Pass Visitor Center, um dort einen Parkplatz zu ergattern, aber als ich 8:20 Uhr dort ankam, war schon alles voll, also wieder ein Stück abseits parken, dieses Mal war die Ausweichmöglichkeit aber nur eine gute halbe Meile entfernt. Ich frühstückte dort mit wunderbarem Ausblick. Dann stellte ich meine Kühlbox halb unters Auto auf der Schattenseite und weil der Parkplatz abschüssig war und ich dem Automatik-Parkmodus nicht so recht traute, legte ich auch noch einen Stein vors Hinterrad. Dann lief ich hoch zum Startpunkt der heutigen Wanderung. Das Wetter schien noch besser zu werden als angekündigt, super! Kurz nach neun startete ich dann auf dem Highline Trail, der ziemlich lang ist, und an dessen Ende man mit einem Shuttle zurückfahren kann. Das ist inklusive. Wenn denn die Kapazität ausreicht – first come, first served. Zusätzlich zu diesem hoch über dem Tal mehr oder weniger steigungslosen Weg gibt es noch einen Abzweig zum Mount Gould, den ich auch mitnehmen wollte. Als es dann auf einen Pass hoch gegangen war, gab es eine Weggabelung, aber ohne Ausschilderung. Ich nahm den rechten Weg, in der Annahme, das sei der Abzweig auf den Berg. Es ging durch Nebel aufwärts. Irgendwann ging es aber auch wieder abwärts, das kam mir komisch vor, aber ich ging erst einmal weiter. Als ich dann jemanden fragte, wie weit es noch bis zum Gletscherausblick sei, meinte der irgendwas mit etlichen Meilen. Ich war verwirrt und wäre fast umgekehrt. Dann schaute ich aber mal in Ruhe auf meine Komoot-Karte und stellte fest, dass ich noch auf dem regulären Highline Trail war und der Abzweig erst viel später kam. Das war beruhigend. Unterwegs gab es heute kein großen Tiere zu sehen, aber neben Streifenhörnchen und Erdhörnchen noch zwei anderer Hörnchenarten, die ich leider (noch) nicht zuordnen kann. Eins sah fast orange-braun aus, war schlank und lang, das andere war rundlich und hatte einen dicken Streifen. Dann, nach 10 km, erreichte ich den vorbildlich ausgeschilderten Abzweig. Dort ging es ziemlich steil hoch, nur eine Meile, aber die war extrem steil. Ich musste mehr als einmal verschnaufen und kam nur sehr langsam voran. Der Ausblick aber lohnte! Vom Berg aus blickte man jetzt nicht nur auf den Gletschersee mit den Eisbergen hinab, sondern sah alle Seen aufgereiht. Das war schon ein absolutes Highlight. Hinunter musste man allerdings dann genauso steil, das strengte an. Auf dem Highlinetrail dagegen lief es sich dann fast von selbst. Unterwegs gab es Blaubeeren, dann kam man zu einem Chalet, wo zwar alles „privat“ war, aber ein Toilettenhäuschen und Sitzgelegenheiten für die Wanderer gab es zumindest. Von dort an ging es abwärts. Zuerst durch schönen Hemlocktannenwald, wo es aber Bären geben sollte. Wenn kein anderer Wanderer in der Nähe war, sang ich deshalb „Bär, bleib weg! Bleib weg, Bär! Sehn möchte ich dich nur aus der Ferne!“ Nun ja, es begegnete mir keiner. Stattdessen stand auf einmal zwei Meter neben dem Weg ein Reh (was für eins auch immer, keins wie es sie bei uns gibt) im Grün und labte sich daran! Es ließ sich willig ablichten und fühlte sich überhaupt nicht gestört. Der Großteil des Abstiegs ging dann aber durch verbrannten Wald, das heißt, es gab nur kleine Pflanzen und nackte Stämme, also pralle Sonne. Dazu ging es dann massiv abwärts. Das schlauchte nach den vielen Kilometern ganz schön! Ich würde empfehlen, ab dem Chalet eher in Richtung Many Glacier abzusteigen, weiß aber jetzt nicht, wie weit das ist und wie man da wegkommt. Nach 22,6 km ab Visitor Center kam ich an der Loop-Kurve an, wo der Shuttel fuhr. Es war zehn vor fünf, und ich war ziemlich erschöpft. Ich fragte andere Wanderer dort, wann der nächste Shuttle käme, und erfuhr, dass 16:30 der letzte führe. Ein Pärchen stand schon trampend dort. Ich stellte mich hinter die Kurve an die Ausfahrt eines weiteren Parkplatzes, eine andere Wanderin gesellte sich zu mir. Aber es nahm uns erst einmal keiner mit. Um fünf dann kam plötzlich doch noch ein Shuttle, offiziell fährt aber tatsächlich halb fünf der letzte ... Glück gehabt. Dann mussten meine brennenden Füße mich noch zu meinem Auto schleppen. Dort sah ich, dass die Box weg war. Unterm Scheibenwischer klebte eine Ranger-Zettel. Nicht bärensicher und deshalb nicht erlaubt und deshalb eingezogen, im Visitor Center abzuholen. Ich düste sofort dorthin und rannte jetzt sogar die Stufen dazu hoch, denn es war schon zehn vor sechs mittlerweile. Hätte ich mir sparen könne, die machen sogar schon um fünf zu! Ich beschloss es beim ST. Mary Entrance zu versuchen, vielleicht hatte das Center länger auf. Aber denkste. KeinRanger weit und breit zu finden. Es gab auch eine Telefonnummer, aber ich war hier ohne Netz. Ich fand das Büro des dortigen Shuttle Service und dort war noch jemand. Die beiden waren sehr hilfsbereit und riefen für mich bei den Rangern an. Ich handelte dann aus, dass ich am (18 Meilen entfernten) Logan Pass Visitor Center warte, bis jemand kommt, es sollte eine Stunde dauern. Da war es halb sieben, um sieben war ich da, und halb acht kamen dann zwei weibliche Ranger angefahren. Ich bekam zum Glück keine Strafe, nur eine Warnung, und ich bekam meine Box zurück, gut gekühlt! Damit fuhr ich dann zu einer Picknickstelle und aß erst einmal Abendbrot. Weil es nun schon so spät war, beschloss ich, noch eine Nacht auf dem Campingplatz zu bleiben.

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Letzte Aktualisierung: 2019.09.18, 06:38
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