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Dienstag, 8. Oktober 2019
Aus des Teufels Garten heil heraus
Montag, 7.10.
Nachts waren Plusgrade, und erst halb acht war ich wach. Nach dem üblichen Morgenprocedere rief ich zu Hause an, dann machte ich mich wieder auf den Weg in den Arches National Park. Ich fuhr durch bis zum letzten Ende, wo die „Devil’s Garden“-Wanderwege sind. Um zehn war ich dort. Ich war mir nicht sicher, wie weit ich würde laufen können, denn bei meiner eiligen Rückkehr vom „Delicate Arch“ gestern war ich gestürzt und hart auf die linke Hüfte und das linke Knie gefallen. Letzteres war in seiner Gebrauchsfähigkeit eingeschränkt und tat hin und wieder weh. Das Praktische am dortigen Wegesystem: Man kann den ausgebauten Wanderweg mit Abstecher zum „Tunnel Arch“ und zum „Pine Tree Arch“ bis zum „Landscape Arch“ laufen, das machen die meisten. 1991 ist dort auf der rechten Seite ein Stück Fels abgebrochen, seitdem kann man nicht mehr direkt darunter gehen, aber der breite Bogen ist wirklich sehenswert. Ich hätte dort dann auch umkehren können. Der Weg wird schwieriger und anstrengender, man muss ein wenig klettern, da musste ich sehr aufpassen, welchen Fuß ich zuerst setze. Aber ich ließ mir einfach Zeit, und so ging es ganz gut. Man gelangt dann zum „Partition Arch“ und zum „Navajo Arch“, dann führt der Weg über einen hohen Felsweg weiter zum sogenannten „Double O Arch“ – das sind zwei übereinander liegende Bögen, der obere groß, der untere klein, wobei das natürlich sehr relativ ist. Beide sind riesig. Auf der Rückseite des Bogens saßen etliche Leute und lunchten, dem schloss ich mich an. Ein Trupp Männer spendierte Wild-Turkey-Honey-Whiskey, war lecker. Ist aber eigentlich ein hochprozentiger Likör, wenn man’s genau nimmt. Vom doppelten O führt ein „primitive trail“ zurück, so dass man eine Runde laufen kann. Die meisten gehen offenbar aber den gleichen Weg zurück. Außerdem gab es noch einen Weg zum „Dark Angel“, den ich voller Tatendrang – und vielleicht vom Hochprozentigen beflügelt - auch noch einschlug. Der dunkle Engel ist eine Felssäule, die eher an einen Phallus erinnert als an einen Engel. Von ihr aus blickt man ins weite Land. Nachdem ich wieder beim „Double O“ war, überlegte ich, ob ich auch den gleichen Weg zurückgehe. Leicht war der aber auch nicht gewesen, also konnte ich auch den Alternativweg gehen. Außerdem lockte dort noch ein weiterer Bogen, der „Private Arch“. Privat war es dort nicht, es tummelten sich einige dort. Und auch sonst war ich auf dem Weg nicht allein unterwegs, das war beruhigend. Es gab eine Stelle, wo man keine Angst haben durfte, und einige, die etwas Geschick erforderten. Ein Trupp Ü-60-Herren hängte dort mich und zwei israelische Pärchen ab! Als der Weg dann einfach wurde, war er dafür sehr tiefsandig, da läuft man wie am Strand. Ich war froh, als der Pfad dann wieder auf den ausgebauten Weg traf. Der Rest war Spaß. Insgesamt sollte der komplette Devil’s Garden Trail, und ich bin dort absolut alles abgelaufen, 12,8 km lang sein. War mal wieder länger als angegeben, aber das kennt man ja. Um drei war ich zurück am Weganfang. Mein Knie hatte gehalten, ich war auch sehr sorgsam gewesen. Gut so. Sowohl gestern als auch heute war ein Krankenwagen im Park im Einsatz, da ist man dann immer heilfroh, dass man nicht selbst betroffen ist. Erschöpft war ich, mächtig sogar. Ich hielt noch kurz am „Skyline Arch“, schleppte mich noch zu „Sand Dune Arch“ und „Broken Arch“, dann hatte ich endgültig genug Weg zurückgelegt, ich war müde. Ich verließ den Nationalpark, fuhr zurück nach Moab. Ich tankte, kaufte ein, gegen halb sechs war ich wieder auf dem Campingplatz. Mein Platz war belegt, der daneben auch. Die unerlaubt daneben parkten, wurden dann vertrieben. Ich hatte mir, weil es hier ja eine Camperküche gibt, ein bisschen was zum Kochen gekauft: Eier, Champignons, Salz-Pfeffer-Zwiebel-Gewürzmischung. Das bereitete ich mir dann zu, dazu gab es getoastete (!) Toastbrotscheiben. Schlang ich alles ziemlich flott hinter, wandern macht hungrig. Nebenbei quatschte ich mit ein paar Leuten und bekam noch ein paar nützliche Tipps für meine weitere Reiseplanung. Es soll ab Mittwochnacht eine Kaltfront kommen, das heißt, Colorado sollte ich in den nächsten zwei Tagen abgehakt haben, sonst würden mich 10/11 Grad minus nachts und Schnee erwarten. Dort möchte ich aber gern noch was vom Indian Summer sehen, auch der Mesa-Verde-Park war noch eine Option, mal sehen. Durchs Monument Valley fahre ich dann auf dem Weg von Colorado nach Arizona, wo es (abseits des Grand Canyon) deutlich wärmer sein wird. So sieht derzeit der Plan aus, kann sich jederzeit ändern ;)

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Letzte Aktualisierung: 2019.10.21, 04:47
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